Beitragsbild: wie Du im Videointerview brillierst

Es gibt kaum eine Branche, in der die Technologie nicht schon spürbar Prozesse über den Haufen geworfen hat. Human Resources ist da keine Ausnahme. Was vor einigen Jahren als Trend begann, ist bereits bei den meisten grossen Unternehmen zum neuen Standard geworden und zieht nun auch bei “nicht Fortune 500-Unternehmen” immer grössere Kreise: Ich spreche vom Video-Interview.

Eine gute Zeit also, sich das Thema näher anzuschauen. Denn die Chancen stehen gut, dass Dir die Webcam den Weg zu Deinem nächsten Vorstellungsgespräch ebnen wird.

Warum nutzen Unternehmen Video-Interviews?

Unternehmen geben gerne an: mit ihrem Brand, mit ihrer Innovationskraft, mit ihren Produkten oder ihrer Nähe zum Menschen. Mit Video-Interviews können sie zeigen, wie es bei ihnen aussieht, sie können sich in den Fragetechniken besonders kreativ geben und ihren Auftritt nochmals stärken. Und sie können diese Erlebnisse auf viel mehr Bewerber skalieren. Wo früher pro Stelle nur Zeit für wenige persönliche Gespräche war, finden nun dutzende von Video Interviews statt. Beide Seiten haben also ein kompletteres Bild vom Gegenüber – Wenn man sich dann persönlich trifft, kennt man sich schon ein bisschen.

Dazu kommt, dass man sehr, sehr ungern vielversprechenden Bewerbern absagt. Aber beliebte Firmen bekommen enorm viele Bewerbungen und können niemals alle Interessenten persönlich kennen lernen. Video Interviews sind also Deine Chance, aus der Masse herauszustechen und Deine Begeisterung für die Firma zu teilen.

Wie funktioniert so ein Video-Interview?

Es gibt zwei Arten von Video-Interviews: Live (was einem Skype- Gespräch nahe kommt) und Zeitversetzte Interviews. Heute geht es um Zeitversetzte Video Interviews. Der Ablauf ist folgendermassen:

Nach einer Begrüssung mit oder ohne Video-Botschaft kannst Du Deine Technik testen und den Ablauf üben. Wenn Du bereit bist, kommt die erste Frage; Du hast dann jeweils eine vorgegebene Zeit zum Nachdenken und Antworten. Dann die zweite Frage und so weiter. In den meisten Fällen hast Du nur eine Chance, die Antwort aufzuzeichnen. Wenn Du den Prozess mal aus Kandidatensicht ausprobieren möchtest, kannst Du das hier tun.

Folgende Tipps können also über Erfolg oder Niederlage entscheiden:

1: Mach Deine Hausaufgaben

Zu diesem Punkt gibt es schon sehr gute Ratgeber und es sollte selbstverständlich sein, dass Du Dich über Deine Motivation zur Firma und Position, für die Du Dich bewirbst, im klaren bist. Explizit ergänzen möchte ich hier: Nutze die Technik-Tests und die Übungs-Funktion. Mach Dich mit der Technik und dem Ablauf vertraut, um Dich dann ganz auf die Fragen bzw. Deine Antwort zu konzentrieren.

2: Achte auf Deine Umgebung

Wenn Du Dein Equipment testest, siehst Du Dein Video-Bild. Auch was im Hintergrund zu sehen ist, sagt viel über Dich aus. Mach Dir diesen Fakt zunutze. Räume wenn nötig auf und positioniere Dich so, dass Du mit Dir und Deiner Umgebung zufrieden bist. Dies beinhaltet auch allfällige Mitbewohner oder Haustiere auszusperren und Deine Kommunikationsgeräte auf stumm zu schalten, bevor Du beginnst. Schliesse alle unnötigen Programme und schalte Hintergrundaktualisierungen ab.

3: Platziere Kamera und Lichtquellen vorteilhaft

Dieser Punkt ist kritisch! Die beste Wirkung erzielst Du, wenn Du die Kamera auf Augenhöhe platzierst. Sei es durch Aufbocken des Gerätes, wo die Kamera verbaut ist, oder durch simples Umplatzieren. Dies ist manchmal Gold wert, wie Du in diesem Video erfährst:


    Das Wichtigste ist: Das Licht soll von hinter oder neben der Kamera auf Dich fallen. Im Gegenlicht kannst Du keinen guten Eindruck machen. Dieser Punkt ist schon die halbe Miete. Wenn Du willst, kannst Du nun noch experimentieren: Weiches Licht, hartes Licht, mehrere Quellen, Einstrahlwinkel etc.

    4: Der richtige Ton

    Einige Computer haben schlechte bzw. veraltete Hardware verbaut, da lohnt sich der Einsatz eines Headsets oder einer guten Webcam mit Stereo-Mikrofon. Wenn Du das Interview mit Deinem Smartphone absolvierst, ist meist schon gute Hardware verbaut. Du kannst nun noch mit Deinen Kopfhörern experimentieren und für das Interview das Setting wählen, mit dem Du Dich am wohlsten fühlst. Achte beim Technik Test auf die Lautstärke; scheppert es oder musst Du bei der Wiedergabe voll aufdrehen? Dann passe den Eingangspegel entsprechend an.

    5: Ziehe Dich der Rolle entsprechend an

    Auch beim Video-Interview gelten die gleichen Kleiderregeln wie beim persönlichen Interview. Hier ein guter Knigge zum Thema Kleidung am Vorstellungsgespräch.

    6: Gib Dich locker und natürlich

    Einfacher gesagt als getan, aber dies mag der wichtigste Punkt sein. Recruiter versuchen bei Bewerbern herauszufinden, ob diese für die Position und das Team geeignet sind. Neben Qualifikation, Cultutural Fit und Begeisterung für Stelle & Unternehmen zählt dann eben auch wie selbstbewusst Du auftrittst. Unverkrampfte Körpersprache und Antworten signalisieren Stärke und somit automatisch Kompetenz.

    7: Die Kamera ist Dein Freund – lächle!

    Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln

    Blende aus, dass es sich um ein Videointerview handelt. Schau in die Kamera anstatt auf das Bild von Dir selbst, während Du sprichst. Lächle mindestens im Einstieg und bei der Verabschiedung. Dies zeigt nochmals Selbstvertrauen und strahlt Sympathie aus – und wird in Erinnerung bleiben.

    Viel Erfolg!

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